nur für mich
wilhelm busch, von mir über mich
s.15
zugleich fiel mir die ‚kritik der reinen vernunft‘ in die hände, die, wenn auch damals nur spärlich durchschaut, doch eine neigung erweckte, in den laubengängen des intimeren gehirns zu lustwandeln, wo‘s bekanntlich schön schattig ist, oder in der gehirnkammer mäuse zu fangen, wo es nur gar zuviel schlupflöcher gibt.
s.20
ich las darwin, ich las schopenhauer damals mit leidenschaft.doch so etwas läßt mit der zeit nach. ihre schlüssel passen ja zu verschiedenen türen in dem verwunschenen schlosse dieser welt; aber kein ‚hiesiger‘ schlüssel, so scheint‘s, und wär‘s der asketenschlüssel, paßt zur ausgangstür.
Mit jeder Hiobsbotschaft bessert sich unsere Laune …
Von J. gerade diesen Text aus der ‚Jungen Welt‘ bekommen und herzhaft geschmunzelt.
Z.B wenn ich vom „denkverkümmerten Hamburger Wirtschaftsmagazin Brand Eins“ lese, von den „NGO-Karrieristen von ATTAC“, davon, daß sich „Manager selbst auf Prager Art entsorgen“ sollten, von 110 gekündigten Redakteuren der Manager- und Unternehmermagazine Capital, Impulse und Börse Online“, davon daß der Spekulant George Soros vermutet, daß demnächst die Citibank Pleite gehen wird, von „Starbucks, diesen scheußlichen weltweiten No-Go-Areas“, von „rauchfreien Milchschaumvierteln“ in Berlin, wo es bald wieder „Kaffee komplett“ für 73 Cent geben wird und davon daß das ‚Borchardt’s‘ sowieso Pleite gehen wird.
Und dann tritt himmlische Ruhe ein:
Keine Fitneß und Call-Center, keine Exzellenzunis, keine Drittmittel-Akquise, kein neues Stadtschloß, keine Club-Szene mehr – mit all diesen blöden Bands und dem ganzen Popscheiß, auch keine Silvester- oder Sektkorkenknallerei mehr.
Und hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf diesen Text, den ihr lesen könnt, wenn ihr etwas Aufheiterung braucht:
Man möchte den hektisch herumwirbelnden Wirtschafts- und Weltlenkern wie weiland der Marquis de Sade den Franzosen zurufen: Noch eine Anstrengung, Motherfuckers! – Und wir sind das Wertgesetz endgültig los, d.h. die ganze verdammte Warenproduktion. Und damit auch den Idiotismus, den wir bis jetzt (abstrakte) »Arbeit« nennen – im Unterschied u.a. zur »Freizeit«. Dann auch den ganzen »Darwinismus«: der nur eine verblödende Projektion des kapitalistischen »Wirtschaftslebens« auf die Natur war. Und damit zugleich die verfluchte Genetik bzw. Gentechnik: Monsanto, Boehringer etc. Und den kompletten Ökoscheiß sowieso, der uns theoretisch unterforderte und praktisch wie Gated Communities segregierte, zudem bei fortdauernder Warenproduktion völlig sinnlos ist und unmoralisch sowieso. Entweder fressen wir alle den Dreck, den wir herstellen, oder keiner! Auch die ganzen »Mietverhältnisse« lösen sich in nichts auf. Ebenso alle »Qualifikationen«. Und jeder, der sich zum »Manager« mausert, weil er meint, einer muß den Hut aufhaben – kriegt auf die Mütze! Der »Krisenticker« des Manager Magazins meldet »Mi., 9.50 Uhr: Italiens Unternehmer lassen die Köpfe hängen.« Alle Bio- und Soziotope managen sich fortan selbst…
Vor allem mit Sybille, die das Gefühl hat, ihr ganz persönliches Chaos würde nun so schön mit dem allgemeinen, dem Weltchaos harmonieren, kann ich mich gut identifizieren.
Leute, die das gelesen haben haben auch gern gelesen: http://www.zeit.de/2008/45/Revolution
kein grund zur eile …
seit meinem sechsten jahr fühlte ich den drang,
die gestalten der dinge abzuzeichnen.
gegen fünfzig jahre alt,
habe ich eine unzahl von zeichnungen veröffentlicht;
aber ich bin unzufrieden mit allem,
was ich vor meinem siebzigsten jahre geschaffen habe.
erst im alter von dreiundsiebzig jahren
habe ich annähernd die wahre gestalt und natur
der vögel, fische und pflanzen erfaßt.
folglich werde ich im alter von achzig jahren
noch größere fortschritte gemacht haben;
mit neunzig jahren werde ich in das wesen aller dinge eindringen;
mit hundert jahren werde ich sicherlich
zu einem höheren, unbeschreiblichen zustande aufgestiegen sein,
und, habe ich erst hundertzehn erreicht,
so wird alles - jeder punkt, jede linie - leben.
ich lade diejenigen, die so lange leben wie ich, ein,
sich zu überzeugen,
ob ich mein wort halten werde.
mitgeteilt von Gakyo rojin manji,
dem vom malen besessenen greis.
hokusai katsushika
aus dem begleittext zu den „hundert ansichten des fuji“
fühlt sich an wie kostenlos
habe mal versucht ein bißchen farbe in eine bleistiftzeichnung reinzubringen.
wenn ich nach dem zeichnen vor dem rechner sitze und farbflächen mit einem mausklick vollaufen lasse, fühlt sich das an wie eine kostenlose zugabe - einfach.
.
![]()
Powered by alotta-log.





